Rennsteiglauf

Am 8. Mai war es endlich wieder so weit. Die Rennschnecken nahmen mit einer starken Truppe von 12 Läuferinnen und Läufern am 43. GutsMuths-Rennsteiglauf am Halbmarathon teil. Diesmal begleitet von einer fast ebenso starken aber stimmungsmäßig mindestens ebenbürtigen Truppe von vereinseigenen Fans. Sozusagen ein Familienausflug der ganz eigenen Note. Sogar der Ortsbürgermeister nebst Gattin waren mit von der Partie. Was konnte da noch schiefgehen. Karl reihte sich, wegen seines ehrenamtlich bedingten Trainingsrückstandes, diesmal bei den „Fans“ ein. Weitere Unterstützer waren: Thomas Wolf und Martina, Hermann Müller, Gisela Gerhard, Christiane Dapper, Tanja Boos, Bärbel Kahlstadt und eben Ulla und Karl Kröhnert.

Bereits im Vorfeld wieder bestens organisiert von Sandra und Joachim Wirth sowie Jochen Emrich, der maßgeblich für das Programm verantwortlich zeichnete.

Die Abfahrt erfolgte für die meisten (fast) pünktlich kurz nach 9:00 Uhr mit eigenen PKW´s in Fahrgemeinschaften vom Anwesen Joachim und Sandra Wirth aus.

Der erste Höhepunkt: Das obligatorische gemeinsame Frühstück am Rasthof Reinhardshain auf guter halber Strecke. Kein Tisch vorhanden – kein Problem! Im Nu zauberte Jutta aus einer soliden Unterlage bestehend aus mit edlem Inhalt gefüllten Weinkartons ein Tischlein-deck-dich, das bald unter der Last der vielfältigen Speisen ächzte. Für Nichtfahrer gab es dann auch noch ein Sektfrühstück!

Dermaßen gestärkt ging´s weiter zum nächsten Highlight, dem Bratwurstmuseum in Holzhausen. Dort gab es eine launige Führung bei der wir viel über die Entstehungsgeschichte, die Besonderheiten und die Herstellung der Thüringer Bratwurst erfuhren. Zum Beispiel, dass die Wurst Ihren Ursprung in einem Zisterzienserrinnenkloster bei Arnstadt hat. Den Nonnen sei´s gedankt. Oder dass es in Arnstadt ein Krankenhaus gibt, in dem es jeden ersten Freitag im Monat Bratwurst frei für alle, Bedienstete wie Patienten, gibt. Über Zusammenhänge zwischen den Ernährungsgewohnheiten des Thüringers und der statistischen Tatsache, dass er das niedrigste Durchschnittsalter im gesamtdeutschen Vergleich erreicht, darf spekuliert werden. Wir zumindest wollen es nicht der Wurst zuschieben.

Liebevoll illustrierte Texte informieren den Besucher über Schweinerassen, Aufzucht, die Kunst der Wurstbereitung und regionale Besonderheiten der Rezeptur, die insbesondere auf den verwendeten Kräutern beruhen. Zu sehen waren auch die hierfür benötigten Werkzeuge, Maschinen und Schlachtgeräte. Abgerundet wurde der Besuch durch den Verzehr einer im Eintritt inbegriffenen Bratwurst und einem kühlen wohlschmeckenden Bier bei bestem Wetter in dem schönen und weitläufigen Außenbereich des Anwesens.

Am Nachmittag erreichten wir dann unser Ziel Oberhof auf dem Kamm des Thüringer Waldes gelegen. Wir checkten ein im Haus Saarland, wo die meisten von uns unterkamen, und im Aparthotel gleich um die Ecke. Der Rest des Tages folgte dem immer gleichen Ablaufschema: Abholen der Startunterlagen, ein wenig Zeit zur freien Verfügung (Ausruhen, Frisch machen Kaffee trinken …) und auf geht´s zur Knödelparty ins Festzelt. Der DJ heizte schon mal kräftig ein während die Warteschlangen für das im Startpreis inbegriffene Schwarzbiergulasch mit Knödel aus dem Festzelt quollen. Schließlich fand man sich (fast) an einem Tisch zusammen und die Party konnte beginnen.               Jede volle Stunde stimmte der DJ das uns schon vertraute Rennsteiglied an, das alle aus voller Kehle, wenn auch mit gewissen Textschwierigkeiten, mitsangen.

Am Sonntag, den 09. Mai bewahrheitete sich dann der häufig gebrauchte Ausspruch: „… wir sind ja schließlich nicht zu unserem Vergnügen hier.“ Um 7:30 fiel der Startschuss, dann zeitlich um 3 Minuten versetzt in den Startblöcken 2, 3, 4 usw. Das Wetter war untypisch: Kein Regen, kaum Wind und zweistellige Plusgrade mit sonnigen Phasen. Es starteten: Anja Schneider, Sandra Wirth, Jutta Pfeiffer-Müller, Andreas Hatzenbühler, Peter Henninger, Hans-Jochen Gerhard, Joachim Wirth, Dieter Dapper, Rochus Booß, Jochen Emrich, Volker Emig und Michael Kahlstadt. Alle erreichten gesund und glücklich das Ziel in Schmiedefeld in Zeiten zwischen 02:01:08 und 02:39:42. Geduscht und trocken angezogen vereinnahmten wir das Läuferbier und die kräftige Brühe, der ein oder andere nahm noch eine – na was wohl? – Thüringer Bratwurst zu sich und dann ging´s zur Bushaltestelle zum Rücktransfer nach Oberhof. Der gestaltete sich etwas schwierig, denn die Busse standen an den Kreuzungspunkten mit den Laufstrecken im Stau. Im Bus war´s stickig und eng. Aber was soll´s: „Wir sind ja schließlich nicht zu unserem Vergnügen hergefahren.“

Der lange Nachmittag diente der Regeneration bzw. stand zur freien Verfügung bevor es dann um 18:00 zum gemeinsamen Abendessen ins Haus Flora ging. Hier wurde dann die Unterlage geschaffen für die grandiose Läuferparty im Festzelt. Die Stimmung war ausgelassener als am Vorabend, war die „Quälerei“ doch nun überstanden und noch ungeahnte Mengen Adrenalin in den Adern. Da kann man sich nur wundern. Alles stand auf den Bänken und Tischen als die Klassiker von ACDC, Police, den Toten Hosen u.a. ertönten. Der eine mit mehr, der andere mit weniger Halt. Natürlich war auch die Tanzfläche proppevoll und überproportional mit Rennschnecken bevölkert. Das Wetter hatte sich übrigens zwischenzeitlich wieder normalisiert: Draußen goss es in Strömen. Einmal mehr bewiesen die Rennschnecken ihre Ausdauer, waren sie doch bei den letzten, die das Festzelt verließen. So machten wir uns nach einem schönen und auch anstrengenden Tag zusammen auf den Weg in die Unterkünfte.

Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von Oberhof und vom Rennsteig. Auch ein Teil unserer Gruppe machte sich nach Frühstück und Auschecken auf den direkten Nachhauseweg. Die zurück gebliebenen, das heißt Anja, Andreas, Hans-Jochen, Gisela, Joachim, Sandra, Thomas, Martina, Jochen und Peter hatten noch etwas Schönes vor. Bei wieder schönstem Sonnenwetter ging´s zu Fuß durch die Drachen- und die Landgrafenschlucht in der Nähe von Eisenach. Eine spektakuläre Wanderung durch eine Klamm, an manchen Stellen musste man sich seitlich zwischen den Felsen durchzwängen. Na ja – jetzt übertreibe ich ein klein wenig. Bei der hohen Sonne, einem Ausflugslokal am höchsten Punkt der Strecke, gab´s dann die letzte Thüringer mit Flüssigbeilage.

Alle kamen wohlbehalten nach Hause und schwärmen sicher noch lange von dieser tollen Fahrt und hoffen auf ein Wiedersehen am Rennsteig.